Gesundes Geldwesen

Jesus und der reiche Jüngling

"Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme."
(Matthäus 19, 24)

Armut und Reichtum – müssen tatsächlich alle Menschen, die ihr Leben nach dem Gotteswillen ausrichten, arm sein ???

Wie haben wir die Aussagen von Jesus zu verstehen?

Jesus gab den Menschen genau das, was sie brauchten, um geistig voranschreiten zu können – und dies ist ja bei jedem Einzelmenschen anders.

So ist auch der oben angeführte und immer wieder gerne zitierte Ausspruch von Jesus konkret auf die Situation dieses reichen Jünglings bezogen.

 

Viele Christen führen den Begriff "Armut" gleichzeitig mit dem Begriff "Demut" im Munde. Oft wird der Zustand der Armut m. E. als Tugendhaftigkeit hochstilisiert.

Demut ist eine geistige Haltung und nimmt sehr wohl im Kranze der Tugenden eine besondere Stellung ein, denn sie ist die höchste aller Tugenden.

Aber Demut muss nicht zwangsläufig auch mit Armut einhergehen, so finde ich. Vielmehr sollte der Mensch auf Erden mit irdischen Gütern so umgehen, dass sein Verhalten im Einklang mit den Gesetzen schwingt, die in der Schöpfung ruhen  …  das Gesetz des Ausgleichs, des Gebens und Nehmens sowie das Gesetz der Bewegung beachten.

Anders ausgedrückt … Das Geld muss in Fluss bleiben  … Diesen Sachverhalt hat Ashton (Nick eines Diskussionspartners aus einem Forum) sehr schön ausformuliert und auch, so wie ich es persönlich sehe, folgende Analogie geschildert:  EnergieflussGeldfluss.

Sollte der Energiefluss in unserem Körper nicht harmonisch gestaltet sein, so kann es zu einem Energiestau und Blockaden kommen und in der Folge dann zu körperlichen Krankheiten. Entsprechend verhält es sich auch mit dem Geldfluss: findet eine Verschiebung, ein Ungleichgewicht statt, so ist auch hier das Fließen unterbrochen und wir alle kennen dies in Form von wirtschaftlichen Krisen. (Ashton: in der engl. Sprache kommt dies sehr deutlich in den Begriffen cash flow …. ,  Währung = currency: von "current" = Strom oder Fluss abgeleitet, trade flows = Handelsströme zum Ausdruck,  ein Harmoniestreben wird im Englischen mit "go with the flow" im allgem. Sprachgebrauch bezeichnet.

 

Individuelle Geldprobleme und Wirtschaftkrisen

So wie die ganz persönlichen Geldschwierigkeiten nur dann gelöst werden können, wenn wir selbst unseren geistigen Zustand ändern, damit sich als Entsprechung dann auch im "Außen" etwas ändert (damit wir auch im Materiellen "ernten" dürfen), so spiegelt sich die allgemeine Missachtung der Naturgesetze (Gesetz des Ausgleichs, Geben und Nehmen) auch in unserem Geld- und Wirtschaftssystem wider.

Das Grundproblem ist immer bei einer Währung, wo zuviel genommen wird, aber kein Gegenwert im angemessenen Verhältnis vorliegt.

Es gibt Prophezeiungen, da heißt es … das Geld werde in Fetzen auf der Strasse liegen ...

Im Sinne der geistigen Entsprechungen gedacht, so kann ein gefestigtes Geldwesen nur dort entstehen, wenn auch die Menschen in der Bevölkerung eine innere, nämlich seelische Festigkeit haben. Es muss ein gerechter Ausgleich (Geben und Nehmen) erreicht werden, nur so kann Harmonie und Wachstum segensreich erfolgen.

 

Zum Stichwort "Wachstum"  … viele von euch kennen doch sicherlich das Seerosenbeispiel:

In einem Gartenteich wächst eine Seerose, die ihre Größe jeden Tag verdoppelt.
Nach 29 Tagen bedeckt sie erst die Hälfte des Teiches.
Wie lange dauert es, bis sie den ganzen Teich überwuchert hat?

Diese Fangfrage soll nun die Kinder zu der falschen Betrachtungsweise verleiten, es würde nun weitere 29 Tage dauern, bis der Teich bedeckt sei.

In dieser Geschichte kommt sehr schön die Problematik von linearem Wachstum und Exponentialfunktion zum Ausdruck - zeigt sie doch recht eindrucksvoll die Grenzen des Wachstums auf. Eine solche Ökonomie ist auf Dauer nicht haltbar, das Gleichgewicht wird gestört und es kommt zu drastischen Veränderungen.

W. Heisenberg über den falschen Ansatz unserer Wirtschaft

"Noch gilt das Wachstum der jährlich produzierten Warenmenge als das wichtigste Kriterium für eine gesunde Wirtschaft. Aber es könnte in naher Zukunft der Zeitpunkt kommen, zu dem eine Abnahme dieser Warenmenge dem Wohl der Menschheit dienlicher wäre, als die Zunahme und zu dem man sorgfältig wird unterscheiden müssen zwischen den Waren, die unbedingt notwendig sind, und den anderen, die man auch gut entbehren kann."

Das Streben nach übermäßigem Konsum und irdischen Gütern hat sich als Fehlentwicklung entlarvt - wenn der persönliche Vorteil im Leben an erster Stelle steht, so ist dies eine geistige Grundhaltung, die nur Schaden als Folge nach sich ziehen kann.

Besinnen wir uns wieder auf die Worte Jesu

"Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch .." (Matth. 6.26).

Können wir hieraus nicht ableiten, dass, wenn wir genug "geistige Nahrung" aufgenommen haben, wir uns um den Rest dann nicht zu kümmern bräuchten und auch als Entsprechung unsere irdischen Dinge geregelt werden?

In der heutigen Zeit sitzen auch viele religiöse Menschen da und betrachten die sich immer mehr verbreitende Armut  ...und rufen sich den Psalm 23 ("Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln..") ins Gedächtnis ... oder auch "Bittet, so wird euch gegeben ..." (Matth. 7,7)

Warum geht es denn vielen Menschen so schlecht? Weil wir nicht genügend erbitten???

Ist Armut nun ein Segen - eine Tugend?

Ich denke nein. Kein Mensch ist gerne arm. Armut ist eher der Ausdruck, dass ein harmonisches Gleichgewicht nicht vorliegt. Es gibt durchaus reiche Menschen, denen der Verlust ihres Besitzes in geistiger Hinsicht nützt, derart, dass sie eben erst in Not erkennen und sich mit geistigen Zusammenhängen und dem Sinn des Lebens beschäftigen. Aber ein erstrebenswerter Zustand ist dies eigentlich nicht, sollen wir doch bereits hier auf Erden Glückseligkeit finden - ein freudiges Erleben als Abglanz des künftigen himmlischen Erlebens.

An Armut leiden in Gottes reichhaltiger Schöpfung - nein, dies müssten wir nicht. Wir müssen uns im Geiste ändern, dann dürfen wir uns auch durchaus an irdischen Gütern erfreuen, nur Materielles sollte nicht im Vordergrund stehen. "Geld ist ein Zweckmittel, aber man sollte geistig nicht daran "kleben"" (Irene).

Es gibt ja auch Menschen, die einen segensreichen Umgang mit Geld anstreben.

Ähnliche Gedankengänge hat auch "Gabriel" (Nick eines Diskussionspartners aus einem Forum) kund getan "... wir sollten das Geld nicht verteufeln, es ist eines jener Mittel, die uns das Leben vereinfachen und uns mehr Zeit schenken, zu Gott und Seinem Sohn zu beten ..."

Auch wenn wir einen Ausweg aus wirtschaftlicher Not suchen, könnte uns folgender Schlusssatz eine Richtschnur sein:

"Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen."
(Matth. 6,33)

In Anlehnung an 1. Petrus 1, 18-19 kann es auch abschließend lauten:
Nicht durch vergängliches Silber oder Gold werdet ihr erlöst, sondern durch den Heiligen Geist.