Der Engel Raphael über das Wesen der Träume

 

Jakob Lorber, Gr.Ev.Joh., Bd.8, Kap.135

02] Siehe, in der Seele (und damit auch im Traum) gibt es drei sehr unterscheidbare Schau und Wahrnehmungsgrade! (Wer sich schon mehr zum Guten entwickelt hat, hat entsprechend gute Wahrnehmungsgrade)

Der erste Schaugrad

Der erste ist, selbst im Traume der materiellen Naturmenschen, bei denen der innere Geist noch so untätig ruht wie der Pflanzengeist im Keimhülschen eines Samenkornes, nur ein pur naturmäßiger.

03] Die Seele trägt als eine Welt im Kleinen alles in sich, was die Erde im großen Maße in und über sich enthält und faßt. (Durch unsere seelische Entwicklung über ...Mineralien, Pflanzen, Tiere, wurden alle Seelenspezifika aufgenommen)

04] So des Leibes Sinne im Schlafe wie tot und untätig ruhen, da beschaut die Seele, die nicht schlafen und tot werden kann, ein und das andere aus den materiellen Gebilden in sich, belebt sie auf Momente und erheitert sich, so sie auf etwas Schönes und Angenehmes geraten ist; ist sie aber auf etwas Arges und Unschönes geraten, da wird sie auch im Traume ängstlich und müht sich ab, der sie molestierenden Erscheinung durch den vollen Rücktritt in ihres Leibes Fleisch los zu werden.

05] Was eine Seele in solchem ersten Schaugrade in einem Traum ersieht, hat dann freilich keine objektive, sondern nur eine leidende, subjektive und verbandlose Realität; denn sie beschaut da nur in der materiellen Weise ihr eigenes Weltkonglomerat und ist dabei zum Teil tätig und zum Teil leidend.

Übergangsstufe in zweiten Schaugrad

06] Aber in einem Traume, wie du ihn gehabt hast, befindet sich eine Seele in der Übergangsstufe von dem ersten Sehgrade in den zweiten und höheren. In diesem Falle ist die Seele von ihrem pur Materiellen schon mehr isoliert, tritt gewisserart aus ihrem Fleische, setzt sich durch ihren Außenlebensäther (Aura) mit der Außenwelt in eine volle Verbindung und sieht und fühlt da Fernes und Wahreres aus den auf sie einwirkenden Lebens- und Sachverhältnissen auf der Erde. (OBE - die Seele tritt aus dem Körper, weiterhin verbunden mit der Silberschnur)

Über das Merken oder Nichtmerken von Träumen

07] Aber weil dieser Schaugrad der Seele schon ein höherer ist (als sie im Körper, im leiblichen Wachsein, kann), so geschieht es sehr oft, daß die Seele, so sie beim Erwachen wieder in den Leib zurücktritt, von dem in diesem höheren Schaugrade Gesehenen und Vernommenen nichts mehr weiß, weil davon im Gehirne gewisserart keine Abzeichnung hatte genommen werden können, aus der dann im leiblichen Wachsein die Seele hätte ersehen können, was sie in ihrem freieren Lebenszustande gesehen und getan hat.

08] Doch manche Menschen, wie auch du einer bist, haben die Fähigkeit, auch das in dem höheren Schaugrade Gesehene und Vernommene aus dem Traume oder freierem Seh- und Handelnszustande der Seele ins Fleischgehirn zu zeichnen; und so die Seele sich dann wieder in den Leib zurückzieht und auch leiblich erwacht, so ersieht sie da im Gehirne alles, was sie in ihrem freieren und höheren Schaugrade gesehen, getan und vernommen hat.

09] Und so hatte dein Bruder in derselben Nacht wohl auch das gleiche Traumgesicht, wie du es gehabt hast, aber seine Seele hatte nicht die Fähigkeit, das in ihrem höheren Schaugrade Gesehene und Vernommene ins Fleischgehirn zu zeichnen, und so konnte sie sich an dasselbe auch nicht auch nur ahnungsweise erinnern. Du hast demnach deines Bruders Seele völlig wahr gesehen und gesprochen.

Die Zukunft ist als Prognose wahrnehmbar

10] Daß aber deine und auch deines Bruders Seele im Traume das schon um ein halbes Jahr früher getan haben, das liegt in der sehr feinen Fühlbarkeit der freieren Seele, die aus den in ihr zugrunde liegenden Bedürfnissen und deren folgerechten Tat- und Sachverhältnissen sich in ihrem freien Zustande das schon vergegenwärtigt, was der Erdzeit nach erst um vieles später geschieht. (bessere Prognosen, aber keine unabänderliche Zukunft).

Es hat aber eine jede Seele auch im leiblich wachen Zustande das Vermögen, sich für die Zukunft Pläne zu machen und dieselben sich als schon vollendete Werke vorzustellen (schlechtere Prognosen oder andere Vorstellungen); aber weil der Seele in ihrem Fleische das reinere und bestimmtere Sehen und Fühlen aller zur Ausführung eines gefaßten Planes nötigen Bedingungen und Verhältnisse offenbar mangelt, so wird an den vorgefaßten Plänen auch gar manches geändert, sowohl in der Form und Zweckdienlichkeit, als auch in der Zeit, in der die Seele nach ihrem vorgenommenen Plane das Werk schon in seiner vollsten Vollendung betrachtete.

11] Könnte aber eine Seele auch im leibwachen Zustande ebenso klar alles übersehen, wie sie das in ihrem freieren Schau- und Fühlzustande vermag, da würde an dem einmal gefaßten Plane auch nichts mehr geändert werden, und er würde auch in der völlig genau bestimmten Zeit als ein vollendetes Werk dastehen; denn eine frei sehende und frei fühlende Seele durchschaut schnell alle Verhältnisse, Bedingungen und die möglichen Hindernisse, wie auch zugleich die besten und sicheren Mittel, durch welche die Hindernisse sicherst zu beseitigen sind, und so muß ja das, was sie sich vorgenommen hatte, auch in der bestimmten Zeit geschehen.

12] Und siehe, darin liegt denn auch die Vorhersehungsfähigkeit einer freieren und reineren Seele nicht nur für das, was sie zunächst angeht, sondern auch für das, was außer ihr irgend in der Welt geschehen, werden und vor sich gehen wird, weil sich eine solche rein-, fein- und fernsehende und -fühlende Seele den Verband aller für die kommenden Ereignisse schon lange vorhanden seienden Verhältnisse, Bedingungen und Ursachen mit ihren bestimmten Wirkungen unverhüllt und also auch wie plastisch vollendet vorstellen kann, was bei einer unfreien und noch sehr materiellen Seele unmöglich der Fall sein kann. Da hast du nun ganz natürlich klar dargestellt, in welch einem Zustande sich deine und deines Bruders Seele in deinem Traume befand, und wie und warum!

Unterschied zum 2. Schaugrad

13] Aber solch ein Zustand ist noch nicht der volle zweite Hellsehungsgrad der Seele, weil der Geist in ihr da noch nicht in einem höheren Verbande sich befindet, sondern nur also, wie allenfalls der Pflanzengeist im Samenkeimhülschen, wenn das Samenkorn ein paar Tage lang in der fruchtbaren Erde liegt, das Hülschen zu zersprengen beginnt und seine Tätigkeit zu äußern anfängt.«

 

 

Der 2. Schaugrad

Jakob Lorber, Gr.Ev.Joh., Bd.8, Kap.136

01] »Der volle zweite und wohlunterscheidbare höhere Schau- und Fühlgrad der Seele tritt im Leibesleben wie auch im Traume dann ein, wenn der Geist in der Seele also tätig zu werden anfängt wie der Pflanzengeist im Samenkorne, so er aus der eigentlichen Seele, die im Fleische des Kornes ruht, die Wurzeln in die Erde und die Keimblättchen übers Erdreich zu bilden und zu ziehen begonnen hat.

Die Seele fängt da an, sich zu einer wahren Form zu entfalten und dringt einesteils in sich (Kontakt mit dem Geist), gleich wie der werdenden Pflanze Wurzeln in die Erde dringen und aus der Gotteskraft in derselben die rechte Nahrung einzusaugen beginnen, die Pflanze selbst aber, also von innen aus genährt, sich als das eigentliche und wahre Formwesen der Seele infolge der inneren Nahrung aus der reinen, wahren und lebendigen Gotteskraft in die Sphäre des Lichtes erhebt und zur endlichen Vollendung höher und ausgebildeter emporwächst.

Geistig, rein, wahr und somit reell

02] Alles das aber geschieht durch die stets steigende Tätigkeit des Geistes in der Seele, der sich eben dadurch mit der Seele stets mehr eint. In diesem Zustande der Seele ist ihr Schauen und Fühlen kein dumpfes Ahnen mehr, sondern schon ein helles und klares Bewußtwerden aller Lebensverhältnisse, und wie dieselben sich zum eigenen Leben verhalten.

03] Der Mensch erkennt in diesem zweiten und höheren Schaugrade sich und auch Gott (immer mehr) und kann da auch die Geister oder respektive Seelen der sowohl schon verstorbenen, als auch der noch im Fleische lebenden Menschen schauen und auch beurteilen, wie sie beschaffen sind.

Solch eines Menschen Traumgesichte werden denn auch keine materiellen und unreellen, sondern geistig, rein, wahr und somit reell sein, und es wird da wenig Unterschied mehr zwischen dem Hellsehen im wachen Zustande oder im leiblich schlafenden Traumzustande eines Menschen sein.

Geister gleicher Stufe

04] Und siehe, in einen solchen Zustand habe ich euch denn ehedem durch meine mir innewohnende Kraft auch versetzt, und eure Seele konnte da denn auch ungehindert die Seelen schon lange auf der Erde verstorbener Menschen sehen und auch sprechen. Aber ihr konntet in solchem zweithöheren Schaugrade nur solche Geister sehen und sprechen, die sich mit euch auf einer gleichen Stufe befanden, bis auf den Johannes, der seiner Jünger wegen sich aus den Himmeln in die beschriebene zweite Seh- und Fühlsphäre herab aus eigener Macht versetzte, ansonst ihr ihn als einen höchst vollendeten Geist nicht hättet ersehen und sprechen können.

05] Daß euch aber das Gesehene in der vollen und klaren Erinnerung geblieben ist, das bewirkte auch ich durch die Zulassung des Herrn; denn es ward das von euch Gesehene und Vernommene sogleich in euer Fleischgehirn und auch in euer Herz und in eure Nieren gezeichnet. Ohne dieses hättet ihr von all dem Gesehenen und Vernommenen ebensowenig etwas herüber ins erdwache Leben gebracht, als die Seele deines Bruders, mit der du nach deiner Traumerzählung in Athen zusammengekommen bist, von dem etwas mitgebracht hat ins leibwache Leben, was sie träumend mit dir in Athen verhandelt hatte.

 

 

Im Schlaf in der Geisterwelt

06] Es gibt gewisse fromme Menschen, die beinahe täglich zur Stärkung der Seele im Leibesschlafe in der Geisterwelt leben und handeln. Wenn sie aber wieder leibeswach werden, so wissen sie nichts davon; nur ein gewisses tröstlich-stärkendes Gefühl gewahren sie in sich, und es kommt manchem vor, als hätte er angenehme Dinge gehört und gesehen.

Übergang zur 3. Stufe

07] Nur solche Menschen, die sich gleich den Propheten schon im Übergange in den dritten und somit höchsten und hellsten Schau- und Gefühlsgrad befinden, weil ihr Geist sich schon völliger mit der Seele zu einen angefangen hat, bringen das in der auch schon höheren Geisterwelt Geschaute und Vernommene in den leibeswachen Zustand zurück und können es ihren Nebenmenschen wieder verkünden. In solch einem Zustande befanden sich die meisten kleinen Propheten.

 

 

3. Stufe, Geistige Wiedergeburt

08] Betrachte du aber nun zum Beispiel einen Weizenhalm, wie er sich bis dahin entfaltet, wo auf seinem höchsten Wachstumspunkte die Fruchtähre sich zu zeigen und zu entfalten beginnt! Siehe, dasselbe geschieht beim Menschen, wenn die Seele anfängt, völlig in ihren Geist überzugehen.

09] Durch das Handeln im zweiten Hellschaugrade hat nur der Geist die immer noch zum halben Teile materielle Seele zu bearbeiten angefangen und breitete sich in ihr immer mehr aus, und das so lange fort, bis von ihm die ganze Seele erfüllt und geistig belebt wurde.

10] In diesem dritten Stadium aber fängt die Seele an, durch die Liebe des Geistes ganz entzündet, in den Geist überzugehen und alle ihre immer noch mit der Materie verwandte Substanz in die rein geistige Essenz umzugestalten, und da wird die wahre Fruchtähre fürs freie, ewige Leben gebildet.

11] In diesem Zustande wird ein Mensch denn ganz ins Licht gehoben, fängt an, vom selben ernährt zu werden, und je mehr Nahrung er vom selben erhält, desto weniger nimmt er als stets mehr und mehr vergeistigte Seele Nahrung von der seelischi-materiell substantiellen Sphäre an. Die Lebensähre blüht, einigt sich dadurch mit dem Geiste der Liebe, und das erzeugt dann das Lebenskorn, das anfänglich mit der Milch aus den Himmeln genährt wird, in kurzer Zeit aber mit stets helleren und ewig festen und unwandelbaren Wahrheiten.

12] Und sieh! Da wird das Lebenskorn reif, und das Leben der Seele, das im zweiten Schaugrade als gewisserart vereint mit dem Geiste den Kornhalm bildet, befindet sich nun im vollreifen Lebenskorne, darum denn der früher so emsig gebildete Halm welk wird, völlig abstirbt und sich vom Lebenskorne abscheidet und mit dem Korne keine Gemeinschaft mehr hat!

13] Siehe, das ist denn auch dann der dritte und höchste Schau- und Lebensgrad der Seele! In diesem Zustande sieht und vernimmt dann die Seele alles, was in der ganzen Schöpfung ist und irgend besteht. Sie sieht den Himmel offen und kann mit aller Geisterwelt in den lichtesten und lebendigsten Verkehr treten. Was solch eine Seele dann sieht, vernimmt und fühlt, das kann nimmer aus ihrer hellsten Erinnerung entschwinden; denn ihr hellster Schau- und Fühlkreis ist ein allumfassender, ewig bleibender und alles durchdringender.

14] In solch einem Zustande befanden sich die großen Propheten, und in solch einem Zustande befinden sich auch alle vollendeten Geister der Himmel, und ich selbst befinde mich auch in einem solchen Zustande, ansonst ich dir ihn nicht hätte beschreiben können, - denn niemand kann jemand anderem etwas geben, was er selbst nicht hat, was du wohl einsehen wirst.«

 

 

Der Weg zur Geistigen Wiedergeburt

Jakob Lorber, Gr.Ev.Joh., Bd.8, Kap.137

01] »Wie aber kann ein Mensch schon auf dieser Welt in diesen Zustand des Lebens gelangen?

02] Der Mensch muß das Wort Gottes, in welchem Er dem Menschen treu Seinen Willen offenbart, einmal mit freudigem, dankbarem und willigem Herzen und Verstande annehmen. Dadurch legt er schon das wahre Lebensweizenkorn in das fruchtbare Erdreich.

03] Darauf muß er aber auch ungesäumt nach dem Willen Gottes zu handeln anfangen. Dieses Handeln ist dann der belebende Regen, durch den der göttliche Geist in die Seele des Lebenskornes überzugehen bewogen wird. Nun heißt es dann zuerst in sich gehen durch die wahre Demut, durch die Geduld, Sanftmut, durch die wahre Liebe zum Nächsten und durch die rechte Barmherzigkeit. So ein Mensch lebendig und mit allem Eifer in diese Stücke eingeht, so gehet er dadurch auch in seine eigenen Lebenstiefen und schlägt die geistigen Lebensnährwurzeln ins Erdreich der Gotteskraft, die solche Wurzeln dann gierig einsaugen und den Lebenshalm zum Gotteslichte emporzutreiben, zu bilden und zu vollenden anfangen. In diesem Zustande geht die Seele denn auch stets mehr in die immer lebendiger werdende Liebe zu Gott über, und zwar in dem Maße, als ihr Geist auch immer tätiger in die Seele übergeht.

04] Wenn des Menschen Lebenshalm auf diese Weise bis zur Ähre gediehen ist und die Seele sich ganz in der Liebe zu Gott und in ihrem Lebenslichte und in ihrer Lebenswärme befindet, so fängt sie damit auch an, selbst in ihren Geist überzugehen und völlig eins zu werden mit ihm. In diesem seligen Zustande wird die Lebenskornähre zuoberst am Halme ersichtlich und bildet sich nun im reinen Gotteslichte schnell aus bis zur Blüte; die Blüte aber zeigt dann die volle Liebe- und Lebenseinigung mit ihrem Geiste und also auch mit Gott.

05] Aus dieser Einigung entsteht dann die wahre Lebensfrucht, deren volle Reifwerdung erhaben ist über alles Irdische im vollen Lebenslichte Gottes. Daß ein Mensch sogestaltig sich denn da auch im hellsten Schauen und lebendigsten Innewerden über alles in aller Geisterwelt, wie auch in aller materiellen Schöpfung befindet, das wird wohl niemand bezweifeln, der das von mir nun Dargestellte, mit der Wachstumsordnung einer Pflanze vergleichend, nun mit einiger Aufmerksamkeit überdenkt. - Und nun habe ich geredet und dir steht das Recht zu, auch wieder zu reden.«

 

 

Noch mehr Infos zu den Träumen

Zuviel Deuterei

Durch Jakob Lorber erfahren wir, wann Deuten von Träumen nicht sinnvoll ist:

Jakob Lorber, Die Erde, Kap.67

20] "Das menschliche Gemüt ist aber freilich wohl so schwach, daß es schon aus den ganz einfachen Träumen gern und oft sehr gläubig allerlei zukünftige Begebnisse folgert, und die Menschen haben sich schon eine gewisse Regel gemacht, nach der nach gewissen Träumen gewisse Sachen geschehen müssen; welche Regulierung der Träume und ihrer gewissen Folgen ganz natürlich ebenso außerordentlich dumm ist als derjenige, der sie reguliert hat.

Da gibt es Wasserträume, die bringen den Tod irgend eines Verwandten oder eines sonstigen Bekannten. Feuer bringt entweder eine Lüge oder eine Freude. Brot-, Mist- und Hochzeitsträume werden für Sterbepropheten in der Familie gehalten. Wenn einem von Bienen träumt, so wird ein Feuer; träumt es einem von Ameisen, so wird darauf eine Überschwemmung, oder der Mensch hat viele Sorgen bekommen. Wenn einem von Heuschrecken, Grillen und fliegenden Vögeln träumt, so bedeutet das Krieg, und dergleichen noch eine Menge Albernheiten, der Lotterieträume gar nicht zu gedenken.

21] Diese Bilder, die sich der Seele im Traume darstellen, sind wohl Entsprechungen des Seelenzustandes, aber keineswegs Propheten zukünftiger Begebnisse.
22] Wieviel gehört denn dazu, daß irgendein Mensch im ganzen gar leicht so viele Verwandte, Freunde und Bekannte hat, als da sind Tage in einem Jahre, manchmal auch zehnmal soviel, und daß aus einigen Hunderten oder Tausenden in einem Jahre leicht einige sterben? Nun träumt es einem dazu von Wasser, Brot, Mist oder Hochzeit, so hat dieser Traum sicher dem Verstorbenen gegolten, ob der nun um 14 Tage früher oder um 14 Tage später gestorben ist. Desgleichen sind alle anderen Träume. Da hatte jemand von einer Menge Heuschrecken geträumt, und er war nun halb ängstlich und halb sehnsüchtig nach einem Kriege. Weil sich aber in seinem Lande nichts rühren will und allenfalls in den nachbarlichen Ländern auch nichts, so geht er und liest sorgfältig die Zeitungen, und siehe da, er liest in einem Artikel »Krieg zwischen englischen Seefahrern und ihren Kolonisten mit Ureinwohnern auf Seeland!«, und er schlägt sich pathetisch auf die Stirne und spricht ganz ernst: »Da sehet, mein Traum ist schon ausgegangen! Mir hat jüngst von Heuschrecken geträumt; das bedeutet Krieg, - und richtig: es ist Krieg auf Neuseeland!« Wenn sich unser Leser ein bißchen mehr Mühe gegeben hätte, so wäre er wohl noch auf mehrere Kriege zu gleicher Zeit in den Zeitungen gestoßen.

23] Sehet, dergleichen Glauben ist dann ein Übel, welches der Seele sehr schaden kann, weil die Seele sich dadurch angewöhnt, ob solcher Momente das Vertrauen auf Mich ganz fahren zu lassen! Und je mehr von solchen prophetischen Visionsskrupeln in der Seele irgend Wurzel fassen, desto mehr schwächen sie den Glauben, das Vertrauen, wie auch die Liebe zu Mir".

Mitwirkung arger Geister bei Traumdeutungen

(Jesus:) Jakob Lorber, Die Erde, Kap.67

23] "Wennschon dergleichen einfache Träume bloß der Seele angehören, so gehören aber darnach die dummen Deutereien einem argen Geistergesindel zu.

Dieses bekriecht das Fleisch bei solchen Gelegenheiten wie die Schmeißfliegen einen Schmeißhaufen, saugt aus demselben dergleichen seelische Traumvisionen und beschwatzt dann die Seele wieder mit solchen albernen Propheteleien, die an sich nichts als Unrat solcher argen geistigen Schmeißfliegen sind, durch den sie nicht selten geradeso überkleistert wird wie manche Stubenfenster von den Fliegen, durch welche am Ende der Sonnenstrahl nicht mehr durchdringen kann oder nur sehr schlecht, - wie auch eben darum der Gnadenstrahl aus Meiner Sonne in die Seele nicht einwirken kann, weil diese zu sehr mit dergleichen Dummheiten überkleistert ist."

jl.erde.067,24] "Ich gebe aber eben darum hier dieses, auf daß ihr wisset, was ihr in der Zukunft von den Träumen und auch daneben von anderartigen Visionen... im Punkte der Wahrheit zu halten habt. Jede Erscheinung hat zwar sicher ihren entsprechenden Grund, wie auch einen entsprechenden Zweck; aber von irgendeiner eingebildeten Dummheit soll dabei nicht die Rede sein."

 

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Jesus erklärt die Träume

Jakob Lorber, Himmelsgaben, Die Träume. 7. Januar 1841.

O Du mein allerbester, allerliebster Herr Jesus, so Dein heiligster Wille es wäre, möchtest Du mir denn nicht gnädig anzeigen, was denn doch eigentlich die Träume sind, und was man davon halten soll? Denn gar oft hat der Mensch bedeutende, oft auch unbedeutend scheinende Träume, und wenn man nicht weiß, wie, wann, was und wodurch und warum, so würdigt man vielleicht einseitig diese Erscheinung gar nicht oder zu wenig oder oft leichtlich zuviel. Daher, o Du allerbester, allerliebster Herr Jesus, möchtest mir armem Sünder anzeigen auch darinnen das rechte Verständnis! Nehme aber ja nicht ungnädig auf diese vielleicht zu vorwitzige Frage, denn Dein Wille bleibe allzeit heilig, heilig, heilig und über alles Deine Macht und Stärke. Daher geschehe nur Dein Wille; denn ich möchte lieber ewig nichts wissen, als etwas, so da nicht wäre nach Deinem allerheiligsten Willen Amen. Nur in Deinem heiligsten Namen Amen. – – –

So schreibe:

1. Wenn noch das Kind im Mutterleibe
ruhig sauget des Blutes Säfte,
da für es nichts andres tauget,
da saugt des Seele auch schon Himmels reine Lüfte
und weidet sich ihr Geist auf Meiner Gnadentrifte.
Und das der Leib dem Mutterleibe hat entnommen,
und was daselbst in Geist und Seele ist gekommen,
das bildet sich hernach im weltlich Außenleben,
so ihm im Mutterleibe ward von Mir gegeben.

2. So aber du der finstren Kammer Lichtgebilde
da schauest, Bäume, Häuser, Wesen und Gefilde,
so solches in der Kammer nirgends ist zu finden, -
nun sieh, das ist's, worauf sich alle Träume gründen.
So sieht der Leib durchs Auge nichts als seinesgleichen,
da seinem Lichte all der Seele Bilder weichen.
Und wenn der Körper schlafend finster ist geworden,
so sieht die Seele ihresgleichen dann in Horden.

3. Wenn aber auch die Seel' zur Ruh sich hat begeben
und so dem Geist anheimgestellet wird das Streben,
wie auch das Regen sich in eignen Lichtes Sphären,
da kann der Geist dann auch zum Geistigen sich kehren.
Und was der Geist geschauet hat im Vaterhause,
das kann die Seel' gewahren auch in ihrer Klause;
und so der Leib dann wach geworden ist vom Schlafe,
gewahrt er öfter noch des Geistes Gnad' und Strafe.

4. Doch ist bei Menschen, die ein weltlich Leben führen,
von reinen Geistesträumen nie gar viel zu spüren,
da träumt die Seele nur der Welt entnommne Dinge -
und meist, daran das Herz am Tage leidlich hinge.
Und da sind solche leere, bunte Seelenträume
wohl nichts, als was da sind des faulen Wassers Schäume.
Nur, wenn der kranken Seele sich oft Bilder zeigen,
sind manchmal sie zu rütteln und zu ängsten eigen.

5. Und es sind solcher Träume fähig selbst die Tiere,
und heller oft, obschon entlehnt dem Nachtreviere.
Doch solcher Träume Sinn ist stets nur wüst und öde,
voll Trug und Arg - und demnach jede Deutung schnöde.
Nur wenn die Träume euren Erdensinn entwirren
und euch auf kurz in Meiner Gnade Reich entführen,
dann sollt ihr merken solche Träume euch hienieden
und fassen sie ins Herz zu eurer Seele Frieden.

6. Denn wenn ihr träumet so von eitlen Erdendingen,
so ist das nichts, als was euch eure Wünsche bringen,
und was am Tage euch begehret hat im Herzen,
das wird gar los' im Schlaf mit eurer Seele scherzen.
Doch wenn ihr oft am Tage Meiner habt bedenket
und alles Tun und Trachten stets zu Mir gelenket,
dann wird, wenn Leib und Seel' sich hat zur Ruh begeben,
dem Geist auf kurze Zeit im Himmel Kost gegeben.

7. Nun merket das zum Schlusse noch, ihr wen'gen Treuen:
Die rechten Träume werden stets euch wohl erfreuen;
nur wenn die Seel' im Schwanken sich befind't auf Erden,
so wird die Himmelskost euch manchmal bitter werden.
Denn wer noch nicht durchs Liebesfeuer ist gegangen,
dem möchte solcher Feuerskost ein wenig bangen,
doch wer da denket: Einmal muß ich's doch empfangen,
der wird nicht schwer zu Meinem Gnadenweg gelangen.

Dieses Wenige, wohl überdacht, wird vorderhand genügen zu wissen, was du wissen mochtest. Doch ist in Träumen nichts Verdienstliches, noch etwas Sträfliches, und es sind die guten und echten eine freie Hinzugabe ohne alle Rechnung.

Wer danach sich kehrt, der tut wohl; doch wer da lebt Meiner Offenbarung treu gemäß, der tut besser, denn die Träume gebe Ich nur Meinen tauben Liebhabern. Doch wem des Herzens geistige Ohren sind durch das Feuer der Liebe aufgetaut und geöffnet worden, der höre nur recht fleißig in sich Mein lebendiges Wort predigen, durch welches allein er zum Leben gelangen wird.

Was aber die Wesenheit der Träume sonderheitlich anbelangt, so wird ihrer bei der Enthüllung des Menschen schon ohnehin ausführlich erwähnt werden, - zuerst kommt das Kleine, dann das Große, und endlich das Allergrößte Amen. Das sage Ich, der da angerufen wurde, Amen Amen Amen.

Jesus deutet einen Traum

Aus Himmelsgaben von Jakob Lorber
Johannes in der Kapelle – Traumerklärung. – 19. September 1850

In der Nacht vom 17. auf 18. September 1850 träumte mir, Anselm Hüttenbrenner, lebhaft von einer Kapelle, in deren Vordergrunde, in der Höhe, das Christuskind, von Engelchen umgeben, schwebte und auf mehrere Engelchen freundlich herabblickte, die zu dem Christuskind mit seligen Mienen hinaufschauten. – Plötzlich fingen alle diese herrlichen Statuen aus weißem Stein, die ich als Kunstwerke über alle Maßen bewunderte, sich zu regen und zu bewegen an. Und ein unten in der Mitte stehender Engel rief laut: „Ich bin Johannes der Täufer!“

Da sagte ich zu einem neben mir stehenden Freunde: „Sehen Sie, da haben wir ein helles Wunder vor uns!“ – Darauf erwachte ich, bedauernd, daß das Wunder leider nur ein Traum gewesen.

Mein lieber Anselm H.-W.! Dein gestriger Traum von der schönen Kapelle ist, so du es fassen willst, nicht ohne eine gar tüchtige Entsprechungsbedeutung für dich, für die Welt, für diese Zeit und am Ende für die gesamte Menschheit.

Die Kapelle stellt den äußeren Menschen in seiner kirchlichen Stellung dar.

Wie die Kapelle von innen geziert ist mit allerlei schön geformten Statuen, die da Porträte verschiedener seliger Menschengeister vorstellen, ja zuoberst sogar Mein Abbild – aber natürlich alles tot – ebenso befinden sich im kirchlichen Menschen allerlei geoffenbarte Lehren und Begriffe. Der kirchliche Mensch glaubt wohl an sie und bewundert ihre Herrlichkeit – aber da er sie nicht in sein Leben aufnimmt, so bleiben sie gleich den Statuen, an und für sich zwar schön glänzend weiß aussehend und Licht enthaltend, aber dennoch tot.

Aber jeder Mensch hat ein von Mir ihm verliehenes Gewissen, das da gleich ist dem Täufer Johannes. – Während alle andern Begriffe, Lehren und Eigenschaften im Menschen wie tot schlafen, wird das Gewissen zuerst wach und kündigt sich als solches an!

Dadurch werden dann auch oft alle die anderen Lehren, Mahnungen, Begriffe und Eigenschaften wach. – Achtet nun der Kirchenmensch darauf, tut Buße und bessert er sich, so wird dann bald alles lebendig in der Kapelle.

Tut aber der Mensch das nicht und läßt den wachgewordenen Johannes einen „guten Mann“ sein, dann wird der Johannes auch wieder zur Statue – und alles in der Kapelle ist dann wieder völlig tot!

Und das gilt, wie schon oben bemerkt, für alle Welt, für diese Zeit, für dich, wie für jedermann! – Der Johannes ist überall zu Hause, und zwar zuunterst in eines jeden Menschen kirchlichem Gemütsteile.

Wer nur einigermaßen auf diesen Johannes sein Augenmerk tätig richtet, dem wird dieser Johannes von größtem Nutzen sein. Wer aber das Lebendigwerden des Johannes unbeachtet läßt und hört nicht auf ihn, sondern nur auf die lustigen und freudemachenden Dinge dieser Welt, dem wird seine Hauskapelle keine Früchte des Lebens bringen.

Das ist kurz die richtige Bedeutung deines Gesichtes! Beachte sie, so wirst du leben! Amen.